Du überlegst, dir dein erstes E-Bike anzuschaffen? Dann bist du nicht allein. Immer mehr Menschen steigen auf die elektrischen Flitzer um. Die Auswahl ist riesig, die Technik komplex, und die Preisspanne reicht von unter 1.000 € bis weit über 5.000 €.
Aber: Gerade beim ersten E-Bike-Kauf gibt es Fallen, in die viele Einsteiger tappen. Ich sehe das regelmäßig – Leute kaufen zu schnell, am falschen Ende oder einfach das falsche Rad für ihre Bedürfnisse.
In diesem Artikel schauen wir uns die häufigsten Fehler an und wie du sie vermeidest. Damit du am Ende das E-Bike findest, das wirklich zu deinem Alltag passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht ausreichend Probefahren – Viele kaufen vorschnell, ohne das E-Bike unter realen Bedingungen getestet zu haben
- Falsche Größenwahl – Die Rahmenhöhe oder Geometrie passt nicht zum eigenen Körper
- Übersehen von Folgekosten – Akkutausch, Wartung, Versicherung werden oft nicht einkalkuliert
- Billig kaufen aus falscher Sparsamkeit – Ein sehr günstiges E-Bike kann teuer werden, wenn Qualität und Service fehlen
- Unklare Einsatzanforderungen – Wer nicht vorher überlegt, wofür er das E-Bike nutzt (Stadt, Tour, Berge), kauft leicht am Bedarf vorbei
Fehler #1: Kein ausgiebiges Probefahren
Ein E-Bike ist keine Anschaffung, die du blind tätigen solltest. Trotzdem verlassen sich viele nur auf Online-Recherche, Produktfotos oder die Optik im Laden. Keine gute Idee.
Jedes E-Bike fährt sich anders. Das Gewicht, die Motorunterstützung, die Rahmengeometrie, die Bremswirkung – all das spürst du erst, wenn du wirklich fährst. Ein Rad, das auf dem Papier perfekt aussieht, kann sich in der Praxis sperrig oder einfach falsch anfühlen.
Was du bei der Probefahrt wirklich testen solltest
Eine Runde um den Block reicht nicht. Plane beim Händler genug Zeit ein und teste das E-Bike unter verschiedenen Bedingungen:
- Verschiedene Untergründe: Asphalt, Kopfsteinpflaster, leichte Steigungen. Wie reagiert das Rad?
- Unterschiedliche Geschwindigkeiten: Wie fühlt sich das Anfahren an der Ampel an? Wie stabil läuft es bei 25 km/h?
- Motorverhalten: Setzt die Unterstützung sanft ein oder gibt es einen Ruck? Wie reagiert der Motor beim Schalten?
- Bremsen: Wie kräftig packen die Bremsen zu? Kannst du sie gut dosieren?
- Sitzposition: Fühlst du dich nach 15–20 Minuten noch wohl, oder verkrampfst du?
Teste mehrere Modelle – am besten hintereinander. Nur im direkten Vergleich merkst du, welches E-Bike am besten zu dir passt. Ein guter Händler passt das Rad vor der Probefahrt auf dich an – Sattelhöhe, Lenkerposition, Bremshebel. Wenn das nicht angeboten wird, ist das ein Warnsignal.
Fehler #2: Die falsche Größe oder Ergonomie wählen
Die richtige Rahmengröße ist beim E-Bike mindestens genauso wichtig wie beim normalen Fahrrad. Wenn nicht sogar wichtiger. Denn ein E-Bike ist schwer (oft 22–28 kg), und wenn die Geometrie nicht passt, wird jede Fahrt zur Qual.
Viele orientieren sich nur an der Körpergröße und greifen zur Größe „M“, weil das irgendwie nach Durchschnitt klingt. Das greift zu kurz. Zwei Menschen mit 1,75 m Körpergröße können völlig unterschiedliche Proportionen haben – der eine hat lange Arme und einen kurzen Oberkörper, die andere lange Beine und kurze Arme.
Worauf du achten solltest
- Rahmenhöhe: Die Zentimeter-Angabe ist ein grober Richtwert, aber nicht das einzige Kriterium
- Reach und Stack: Diese Begriffe beschreiben, wie weit und wie hoch der Lenker vom Sattel entfernt ist. Je größer der Reach, desto gestreckter die Sitzposition
- Stand-Over-Height: Kannst du sicher mit beiden Füßen flach auf dem Boden stehen, wenn du vom Sattel absteigst?
- Lenkerbreite und Vorbaulänge: Ist der Lenker zu breit oder zu schmal für deine Schulterbreite? Musst du dich zu weit nach vorne strecken?
Wichtig: Herstellerangaben sind nicht genormt. Was bei Marke A als Größe „M“ verkauft wird, kann bei Marke B eher ein „L“ sein. Deshalb: Immer Probefahren und beim Fachhändler beraten lassen.
Ein unbequemes Bike nimmt dir schnell den Spaß. Lass dich nicht von Design oder Rabattaktionen verleiten, ein zu großes oder unpassendes E-Bike zu kaufen. Dein Körper wird es dir danken.
Fehler #3: Folgekosten und Wartung ignorieren
Ein E-Bike kostet nicht nur beim Kauf Geld. Es verursacht auch laufende Kosten. Viele schauen nur auf den Anschaffungspreis und vergessen, dass ein E-Bike regelmäßige Wartung braucht und Verschleißteile ersetzt werden müssen.
Diese Folgekosten solltest du einplanen
- Wartung und Inspektion: Ein E-Bike sollte mindestens einmal im Jahr zur Inspektion. Bremsen, Schaltung, Kette, Reifen und die elektrischen Komponenten werden geprüft. Kosten: etwa 80–150 € pro Jahr.
- Verschleißteile: Bremsbeläge, Kette, Kassette und Reifen nutzen sich ab. Bei E-Bikes ist der Verschleiß höher als bei normalen Rädern, weil das Gewicht und die Geschwindigkeiten größer sind. Rechne mit 100–200 € pro Jahr.
- Akkutausch: Ein E-Bike-Akku hält je nach Nutzung 3–5 Jahre (etwa 500–1.000 Ladezyklen). Danach hat er nur noch 60–80 % seiner ursprünglichen Kapazität. Ein neuer Akku kostet je nach Kapazität 300–800 €. Das ist der größte Einzelposten bei den Folgekosten.
- Stromkosten: Im Vergleich zu den anderen Posten gering, aber nicht null. Ein E-Bike verbraucht etwa 1–2 kWh pro 100 km. Bei einem Strompreis von 0,30 €/kWh sind das 0,30–0,60 € pro 100 km. Also etwa 15–30 € pro Jahr bei regelmäßiger Nutzung.
- Versicherung: Für normale Pedelecs (bis 25 km/h) ist keine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben, aber eine Diebstahlversicherung empfehlenswert. Je nach Wert und Wohnort kostet das 50–150 € pro Jahr. Für S-Pedelecs (bis 45 km/h) ist eine Versicherung Pflicht.
So reduzierst du die Folgekosten
- Pflege dein E-Bike regelmäßig: Kette ölen, Akku richtig laden und lagern, Bremsen checken – so verlängerst du die Lebensdauer der Komponenten
- Kaufe Qualität: Ein hochwertiges E-Bike mit guten Komponenten kostet mehr, hält aber länger und verursacht weniger Reparaturkosten
- Prüfe Garantie und Service: Manche Hersteller bieten 5 Jahre Garantie auf Motor und Akku – das kann sich rechnen
Denke daran, dass zu einem E-Bike mehr gehört als der reine Kaufpreis. Kalkuliere von Anfang an Posten wie Inspektion und Akkuwechsel mit ein.
Mehr zu den laufenden Kosten findest du in unserem Artikel E-Bike vs traditionelles Fahrrad: Ein Kosten- und Nutzenvergleich.
Fehler #4: Am falschen Ende sparen
„Ein E-Bike für 899 € beim Discounter? Das ist doch ein Schnäppchen!“ – Stopp. Hier ist Vorsicht geboten. Ein extrem günstiges E-Bike kann sich schnell als teurer Fehlkauf entpuppen.
Warum Billig-E-Bikes problematisch sind
- Geringere Akku-Reichweite: Günstige E-Bikes haben oft Akkus mit niedriger Kapazität (300–400 Wh) oder minderer Qualität. Die versprochene Reichweite wird selten erreicht, und der Akku altert schnell.
- Schwache Komponenten: An Bremsen, Schaltung und Beleuchtung wird gespart. Das kann nicht nur nervig sein (z. B. schlecht justierbare Bremsen), sondern auch gefährlich.
- Schlechter Service: Viele No-Name-Hersteller haben keine Servicepartner in Deutschland. Wenn etwas kaputtgeht, stehst du allein da. Ersatzteile sind schwer zu bekommen oder teuer.
- Kurze Lebensdauer: Billige Motoren und Rahmen halten oft nicht lange. Was als Schnäppchen beginnt, endet mit teuren Reparaturen oder dem Neukauf.
Was du stattdessen tun solltest
- Setze auf Preis-Leistung, nicht nur auf Preis: Ein solides Einstiegs-E-Bike von einem etablierten Hersteller kostet etwa 800–2.500 €. Dafür bekommst du vernünftige Komponenten, Garantie und Service.
- Erwäge Vorjahresmodelle: Viele Händler bieten Modelle aus dem Vorjahr mit Rabatt an. Du bekommst ein Marken-E-Bike zu einem günstigeren Preis – ohne Qualitätseinbußen.
- Gebraucht kaufen – aber mit Bedacht: Ein gut gepflegtes Gebraucht-E-Bike von einem seriösen Händler kann eine gute Option sein. Achte auf den Zustand von Akku und Motor (Ladezyklen prüfen!) und auf Restgarantie.
- Leasing als Alternative: Gerade für Berufstätige kann Dienstrad-Leasing attraktiv sein. Du zahlst monatlich über die Gehaltsabrechnung und sparst durch Steuervorteile. Plattformen wie Mount7 bieten nicht nur E-Bikes an, sondern auch Rundum-Service und Versicherung – so hast du weniger Aufwand und mehr Planungssicherheit.
Bei Billig-E-Bikes wird oft an Bremsen und Licht gespart. Ein Sicherheitsrisiko, das du nicht eingehen solltest.
Beispiel: Erstkäufer Tom sparte am falschen Ende und kaufte ein Discounter-E-Bike für 899 €. Nach drei Monaten musste der Akku getauscht werden – das kostete fast so viel wie das Rad selbst. Hätte er gleich 1.800 € investiert, wäre er langfristig günstiger gefahren.
Fehler #5: Unklarer Einsatzzweck – das falsche E-Bike für die falsche Nutzung
Einer der größten Fehler beim E-Bike-Kauf: Du kaufst ein Rad, das zwar gut aussieht, aber nicht zu deinem Alltag passt. Ein City-E-Bike für Bergtouren? Ein E-Mountainbike für den täglichen Weg ins Büro? Beides funktioniert nicht optimal.
Die wichtigsten E-Bike-Typen im Überblick
City-E-Bike: Aufrechte Sitzposition, oft mit Tiefeinsteiger-Rahmen, ideal für kurze Strecken in der Stadt. Meist mit Gepäckträger, Schutzblechen und Beleuchtung ausgestattet. Perfekt für den Weg zur Arbeit, Einkaufen oder Kurzstrecken.
Trekking-E-Bike: Der Allrounder. Gemacht für längere Touren, aber auch alltagstauglich. Sportlichere Sitzposition als beim City-Bike, größere Akkus, robuste Ausstattung. Ideal, wenn du sowohl pendelst als auch am Wochenende längere Ausflüge machst.
E-Mountainbike: Für Offroad, Trails und sportliches Fahren. Breite Reifen, Federung, kraftvolle Motoren. Im Stadtverkehr eher unpraktisch (schwer, hoher Rollwiderstand) und oft ohne Alltagsausstattung (Licht, Gepäckträger).
Cargo-E-Bike: Speziell für Lastentransport (Kinder, Einkäufe). Lange Radstände, stabile Rahmen, oft mit Transportbox vorne oder hinten. Ideal für Familien, die das Auto ersetzen wollen.
S-Pedelec: Schnelle E-Bikes bis 45 km/h. Klingen verlockend, sind aber rechtlich Kleinkrafträder. Du brauchst einen Führerschein (Klasse AM), ein Versicherungskennzeichen, musst einen Helm tragen und darfst keine Radwege nutzen. Für Pendler auf Landstraßen interessant, im Stadtverkehr eher unpraktisch.
So findest du den richtigen Typ
Mach dir vorher ein Bild davon, wofür du dein E-Bike hauptsächlich nutzen willst:
- Pendelst du täglich kurze Strecken in der Stadt? → City-E-Bike
- Fährst du längere Touren am Wochenende und pendelst auch mal? → Trekking-E-Bike
- Willst du Offroad fahren und Trails erkunden? → E-Mountainbike
- Transportierst du regelmäßig Kinder oder große Einkäufe? → Cargo-E-Bike
Je klarer du deine Anforderungen kennst, desto geringer ist die Gefahr, am Ende enttäuscht zu sein. Bist du der gemütliche City-Cruiser oder der abenteuerlustige Trail-Jäger? Die Antwort darauf entscheidet, welches E-Bike zu dir passt.
Mehr Details zu den verschiedenen Typen findest du in unserem Artikel Vergleich der verschiedenen E-Bike-Typen: Welches Modell passt zu dir?
Fehler #6: Akkukapazität falsch verstehen
„Mehr Wattstunden (Wh) = mehr Reichweite“ – das ist einer der hartnäckigsten Mythen beim E-Bike-Kauf. Ja, die Kapazität eines Akkus ist wichtig. Aber sie sagt noch nichts darüber aus, wie weit du wirklich kommst.
Warum die Wh-Zahl allein nicht reicht
Der Energieverbrauch deines E-Bikes hängt von vielen Faktoren ab:
- Gewicht: Ein 90-kg-Fahrer verbraucht mehr Energie als ein 65-kg-Fahrer
- Streckenprofil: Berge fressen Energie, flache Strecken sind sparsam
- Unterstützungsstufe: Eco-Modus verbraucht deutlich weniger als Turbo
- Reifendruck: Zu weiche Reifen erhöhen den Rollwiderstand massiv
- Temperatur: Bei Kälte sinkt die Akkuleistung um bis zu 30 %
- Fahrweise: Stop-and-Go-Verkehr verbraucht mehr als konstantes Tempo
Ein 500-Wh-Akku kann dich unter idealen Bedingungen 100 km weit bringen. Oder nur 40 km, wenn du bergauf, im Winter, mit Gepäck und im Turbo-Modus unterwegs bist.
Was du stattdessen tun solltest
- Frage nach realen Erfahrungswerten: Wie weit komme ich unter Alltagsbedingungen? Gute Händler können das einschätzen.
- Rechne mit 60–70 % der Maximalreichweite: Wenn der Hersteller „80–120 km“ verspricht, plane eher mit 50–70 km für deinen Alltag.
- Überlege, ob ein Zweitakku sinnvoll ist: Für lange Touren kann ein Wechselakku Sinn machen – aber du schleppst auch mehr Gewicht mit.
- Nutze den Eco-Modus: Die meisten E-Bikes haben verschiedene Unterstützungsstufen. Im Eco-Modus kommst du oft doppelt so weit wie im Turbo.
Fehler #7: Service und Diebstahlschutz vergessen
Das beste E-Bike nützt wenig, wenn du es nicht warten lässt. Oder wenn es nach drei Wochen gestohlen wird. Viele kümmern sich bei der Anschaffung nur um Reichweite und Motor – und vergessen alles drumherum.
Serviceverfügbarkeit und Ersatzteile
Wer online kauft, muss klären: Welche Werkstatt in meiner Nähe repariert das Rad? Gibt es bei Garantiefällen einen Ansprechpartner? Sind Verschleißteile wie Bremsbeläge oder Ketten verfügbar?
Gerade bei exotischen Marken oder Direktimporteuren kann es schwierig werden. Bosch, Shimano und andere etablierte Motorenhersteller haben ein dichtes Servicenetz. Das ist ein echter Vorteil.
Frage beim Kauf nach Servicepartnern in deiner Nähe und nach den Garantiebedingungen (Motor, Akku, Rahmen).
Diebstahlschutz: Ein Muss für jedes E-Bike
Ein E-Bike ohne hochwertiges Schloss ist eine Einladung für Diebe. Gerade in Großstädten werden E-Bikes gezielt geklaut – oft in Sekunden.
Was du brauchst:
- Ein massives Bügelschloss oder Faltschloss (z. B. von Abus, Kryptonite) – mindestens Sicherheitsstufe 10/15
- Schließe den Rahmen und möglichst auch das Vorderrad an einem festen Gegenstand an (Laternenpfahl, Fahrradständer)
- Nutze zusätzlich ein Kabelschloss für Sattel und Zubehör
- GPS-Tracker können helfen, ein gestohlenes E-Bike wiederzufinden
Wer 3.000 € fürs Rad ausgibt, aber 20 € für ein Schloss, denkt zu kurz. Ein gutes Schloss kostet 80–150 €, spart dir aber im Ernstfall tausende Euro.
Mehr Tipps zum Schutz deines E-Bikes findest du in unserem Artikel Fahrradgarage: Schütze dein Fahrrad vor Wind und Wetter.
Zwei Profi-Details, die kaum jemand auf dem Zettel hat
1. Bremshebel-Ergonomie ist sicherheitsrelevant
Klingt nebensächlich, ist aber wichtig: Wenn du beim Bremsen die Hand verkrampfen musst oder der Hebel zu weit außen liegt, reagierst du im Ernstfall langsamer. Verstellbare Bremshebel sind kein Luxus, sondern ein Muss – besonders für kleinere Hände oder wenn du im Winter Handschuhe trägst.
Teste bei der Probefahrt, ob du die Bremshebel gut erreichst und ob du sie mit zwei Fingern dosiert betätigen kannst.
2. Systemgewicht schlägt Motorkraft
Viele schauen nur auf die Nm-Zahl des Motors (z. B. 85 Nm). Aber ein starker Motor nützt wenig, wenn das Gesamtgewicht (Bike + Fahrer + Gepäck) zu hoch ist und die Übersetzung nicht passt.
Ein gut abgestimmtes Antriebssystem mit effizienter Schaltung und passender Übersetzung bringt oft mehr als ein Maximalwert auf dem Papier. Achte deshalb nicht nur auf die Motor-Power, sondern auch auf das zulässige Gesamtgewicht und die Gangabstufung.
FAQ
Welches Budget ist realistisch für ein solides Alltags-E-Bike?
Für ein qualitativ hochwertiges Einsteiger-E-Bike solltest du mindestens 1.800–2.500 € einplanen. Darunter muss man oft mit Abstrichen bei Technik, Komponenten und Service rechnen. Premium-Modelle mit Top-Ausstattung können auch 3.500–5.000 € kosten.
Kann ich ein E-Bike online kaufen – oder lieber stationär?
Beides ist möglich. Online-Shops bieten oft günstigere Preise, aber du verzichtest auf Probefahrt, persönliche Beratung und direkten Service. Stationäre Händler sind teurer, bieten aber Beratung, Probefahrten, Anpassung und Werkstatt-Service vor Ort. Für Erstkäufer empfiehlt sich der Gang zum Fachhändler.
Welche Schaltung ist für Einsteiger am besten?
Nabenschaltungen (z. B. von Shimano Nexus oder Alfine) sind wartungsarm, können im Stand geschaltet werden und sind ideal für Stadt- und Pendlerräder. Kettenschaltungen bieten mehr Gänge und sind leichter – besser für sportliches Fahren und Touren. Für den entspannten Alltagseinsatz ist eine Nabenschaltung mit Riemenantrieb die komfortabelste Lösung.
Was sagt die Zuladung aus?
Die Zuladung gibt an, wie viel zusätzliches Gewicht (inklusive Fahrer) das E-Bike verkraften kann. Typisch sind 120–130 kg Gesamtgewicht. Für größere oder schwerere Fahrer oder bei häufigem Gepäcktransport solltest du ein Modell mit höherer Zuladung wählen (z. B. 150 kg+).
Brauche ich eine Versicherung für mein E-Bike?
Für normale Pedelecs (bis 25 km/h) ist keine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Empfehlenswert ist aber eine Diebstahlversicherung, gerade bei teuren Modellen. Für S-Pedelecs (bis 45 km/h) ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben – sie gelten als Kleinkrafträder.
Woran erkenne ich einen zuverlässigen E-Bike-Händler?
Achte auf: Gute Online-Bewertungen, Zertifikate (z. B. als autorisierter Bosch-Servicepartner), große Auswahl zum Probefahren, ausführliche Beratung ohne Verkaufsdruck, Werkstatt vor Ort, klare Garantiebedingungen und transparente Preise. Ein seriöser Händler nimmt sich Zeit für dich und beantwortet alle Fragen.
Muss ich mein E-Bike beim Kauf registrieren lassen?
Normale Pedelecs (bis 25 km/h, 250 W Nenndauerleistung) gelten rechtlich als Fahrräder und brauchen weder Kennzeichen noch Versicherung noch Führerschein. S-Pedelecs (bis 45 km/h) sind Kleinkrafträder – hier brauchst du Führerschein (Klasse AM), Versicherungskennzeichen, Helmpflicht, und du darfst keine Radwege nutzen.
Mit diesen Tipps bist du bestens gewappnet für den Kauf deines ersten E-Bikes. Nimm dir Zeit, teste ausgiebig, stelle viele Fragen – und dann steht dem elektrischen Fahrspaß nichts mehr im Wege

