Auf zwei Rädern durch die Welt

· Themengebiete: Die Globetrotterin

Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen von bis zu 60°C, Schnee, Wind und Sonne. Die Welt aus der Per­spek­tive einer Rad­le­rin erfor­dert Viel­sei­tig­keit und Durch­hal­te­ver­mö­gen. So schafft es Heike Pirn­gru­ber von push­bi­ke­girl.com die Beson­der­hei­ten jeder Sta­tion ihres Fahr­ra­da­ben­teu­ers in vol­len Zügen zu genie­ßen.

Ein arabischer Schriftzug an einer Wand, der von roten, grünen und violetten Lichtschleiern angeleuchtet wird.
Foto: © Heike Pringru­ber, push­bi­ke­girl.com

Die Kul­tur des Iran fas­zi­nierte Pirn­gru­ber sehr. Die Gast­freund­schaft der Ira­ner bleibt für sie bis heute uner­reicht.

Heike Pirngruber mit Kopftuch in mitten einer Schar von iranischen Männern.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber, push­bi­ke­girl.com

Die Begeg­nung mit ande­ren Men­schen ist für sie eines der wich­tigs­ten Dinge auf ihrer Rad­welt­reise.

Kul­tur und Gast­freund­schaft im Iran

Als eines der ers­ten Län­der außer­halb Euro­pas erreicht Heike Pirn­gru­ber den Iran. Für Fahr­rad­fah­rer ist das Land ein ech­tes Aben­teuer: Hohe Pässe, viel befah­rene Auto­bah­nen und men­schen­leere Dör­fer wech­seln sich hier ab. Beson­ders als eine der weni­gen Frauen, die allein mit ihrem Fahr­rad unter­wegs ist, hat sie gute Gesell­schaft zu schät­zen gelernt. Der Iran begeis­tert das Pus­h­bi­ke­girl vor allem auf­grund der Gast­freund­schaft der Men­schen: „Da nimmt man auch in Kauf, wenn es viel Ver­kehr hat oder die Land­schaf­ten lang­wei­lig sind. Die Men­schen geben einem so viel Kraft, wenn sie einen unter­stüt­zen.“

Foto: © Heike Pirn­gru­ber, push­bi­ke­girl.com

Tai­wa­ne­si­sche Rad­wege sind teil­weise so breit wie eine Spur für Autos. Es gibt sogar eigens aus­ge­schil­derte "Rast­sta­tio­nen" für Rad­ler. 

Foto: © Heike Pirn­gru­ber, push­bi­ke­girl.com

Bei ihrer Abreise in Deutsch­land war Pirn­gru­bers Rad bereits 14 Jahre alt. In Tai­wan war dann eine Run­der­neue­rung fäl­lig. 

Fahr­rad­freund­li­ches Tai­wan

Dem Iran ganz ähn­lich und doch ganz anders scheint Tai­wan zu sein. Die chi­ne­si­sche Pro­vinz ist eine der fahr­rad­freund­lichs­ten Gegen­den auf Pirn­gru­bers Rad­welt­reise. Trink­sta­tio­nen spe­zi­ell für Rad­ler gibt es über­ra­schend häu­fig und zur Not kann sie sich bei der Poli­zei sogar Werk­zeuge und Luft­pum­pen lei­hen. Beson­ders freund­li­che Tai­wa­ne­sen hel­fen sogar, ihr Rad nach etli­chen Kilo­me­tern quasi von Grund auf zu erneu­ern.

Neben Land und Leu­ten hebt aber vor allem eins ihre Stim­mung: ein war­mes Essen. „Nichts ist depri­mie­ren­der als in ein Dorf zu kom­men, in dem es nichts Ess­ba­res zu kau­fen gibt“, weiß Heike Pirn­gru­ber aus Erfah­rung. Dicht besie­delte Gebiete wie in China und teil­weise in Japan haben hier eini­ges zu bie­ten. Jeden­falls so lange die Men­schen offen und freund­lich sind. Stän­dig von frem­den Men­schen umge­ben zu sein, kann auch ner­ven­rau­bend sein.

Eine hügelige Landschaft, die Pirngruber in völliger Einsamkeit entlang fährt.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber, push­bi­ke­girl.com

Über­füllte Stra­ßen und tou­ris­ti­sche Städte sind nichts für Pirn­gru­ber. Die aben­teu­er­li­chen Trails durch Mexi­kos Wüs­ten­land­schaf­ten ent­spre­chen da schon eher ihrem Geschmack. 

Drei weiße Kühe in einer kargen, hügeligen Landschaft.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber, push­bi­ke­girl.com

Pure Frei­heit in Mexiko

Zur­zeit ist das Pus­h­bi­ke­girl in Mexiko unter­wegs. Hier erlebt sie ange­nehme Ruhe: „Zel­ten, sel­ber kochen, Ein­sam­keit, Ster­nen­him­mel und ein­fach nur genie­ßen und erle­ben.“ 

Die Rad­stre­cken in Mexiko sind abge­le­gen und eine will­kom­mene Abwechs­lung zu den gut besuch­ten Teer­stra­ßen. Die sind näm­lich nicht gerade Pirn­gru­bers Stil: „Auf der Reise geht es mir nicht nur ums Rad­fah­ren, nein es geht mir ums Erle­ben, ums Dazu­ler­nen und ums Ver­ste­hen“.
Die von Kak­teen gesäumte, san­dige Gegend stellt Mensch und Mate­rial aber auf die Probe. Ein GPS-Gerät, das bei der Ori­en­tie­rung hilft, genü­gend Flick­zeug für die Stol­len­rei­fen und bis zu zwölf Liter Was­ser gegen das Aus­trock­nen in der Hitze gehö­ren gezwun­ge­ner­ma­ßen auf die Pack­liste. Doch diese Her­aus­for­de­run­gen sind es, die sie moti­vie­ren, wei­ter­zu­fah­ren.

Mit dem Rad wird Heike Pirn­gru­ber den Iran übri­gens so schnell nicht mehr berei­sen. Zwar ist das Land eines ihrer Favo­ri­ten auf der bis­he­ri­gen Reise, aber der Ver­kehr war auf ihrer gewähl­ten Route ein­fach zu stark. Zuletzt ist sie lie­ber auf abge­le­ge­nen Rad­stre­cken wie in Mexiko unter­wegs. Es ist eben die rich­tige Mischung aus freund­li­chen Begeg­nun­gen, schö­nen Land­schaf­ten und gutem Essen, die ein Rad­ler­pa­ra­dies aus­zeich­nen. Wir blei­ben gespannt, ob Heike Pirn­gru­ber ihr per­sön­li­ches Rad-Mekka noch ent­deckt.

Titelbild: © Heike Pirngruber, pushbikegirl.com