What’s in your bag?  Eine Globetrotterin packt aus

· Themengebiete: Die Globetrotterin

Die Taschen­in­halte frem­der Men­schen sind längst zu einem Hype auf Ins­ta­gram, Pin­te­rest und Co. gewor­den. Wie selbst­ver­ständ­lich las­sen sich Pro­mis, Street-Style-Blog­ger und YouTube-Stern­chen auf die Frage „What’s in your bag?“ in die Taschen schauen. Doch wäh­rend die meis­ten eher all­täg­li­che Gegen­stände wie Por­te­mon­naie, Smart­phone und Schlüs­sel prä­sen­tie­ren, gibt es auch Men­schen, die Gegen­stände für das täg­li­che Über­le­ben mit sich her­um­tra­gen. Heike Pirn­gru­ber von Pus­h­bi­ke­girl ist einer von ihnen. Auf ihrer Radreise um die Welt muss die Glo­be­trot­te­rin genau abwä­gen, was Platz in ihrem Gepäck hat. 

Die mobile Küche 

Ohne ener­gie­rei­che Nah­rung hätte es Pirn­gru­ber in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren kaum auf zwei Rädern durch 32 Län­der geschafft. Um bei Wind, Wet­ter und Minus­gra­den im zwei­stel­li­gen Bereich zu kochen, ist Geschick, Erfin­der­geist und ein wenig Askese nötig.

Pirngruber kocht in der Wildnis.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber

Mit Topf und Gas­ko­cher, Was­ser­fil­ter und Sturm­streich­höl­zern, Fla­schen und einem ein­zi­gen Löf­fel kommt die pas­sio­nierte Rad­le­rin über die Run­den. Je nach Gege­ben­heit im jewei­li­gen Auf­ent­halts­land tauscht Pirn­gru­ber mal die­ses, mal jenes aus. Doch das Kochen am selbst­ge­leg­ten Lager­feuer berei­tet ihr die meiste Freude – wäre da nicht die lange War­te­zeit: „Ich liebe es, auf dem Feuer zu kochen, doch manch­mal dau­ert es zu lange, um damit ein schnel­les Essen zuzu­be­rei­ten. Ent­we­der es gibt nicht genug Holz oder ein Lager­feuer ist ver­bo­ten. Wenn es nass ist oder es geschneit hat, kann es rich­tig frus­trie­rend sein, bis das Holz mal brennt.“ [1]

Ist die Flamme ein­mal ent­facht, kom­men bei der Über­le­bens­künst­le­rin ein­fa­che Spei­sen auf den Tisch: Hafer­schleim zum Früh­stück und Reis oder Nudeln zum Abendes­sen. Doch auch von Ein­la­dun­gen in fremde Küchen kann Pirn­gru­ber berich­ten. „Ich wurde sehr oft ein­ge­la­den, ob zur Über­nach­tung, zum Essen oder ein­fach auf einen Tee. Ira­ner sind unglaub­lich gast­freund­lich und sehr höf­li­che Men­schen. Sie waren immer um mein Wohl besorgt, so sehr, dass es mir manch­mal schon fast zu viel wurde.“[2]

Schla­fen unter freiem Him­mel

Ein­la­dun­gen waren in den ver­gan­ge­nen Jah­ren keine Sel­ten­heit. Doch auch in Momen­ten, in denen die Rad­le­rin die Ein­sam­keit sucht, hat sie bis­her immer einen Platz gefun­den, um ihr sie­ben-tei­li­ges Nacht­la­ger auf­zu­schla­gen. Dazu gehö­ren: ein Zelt, zwei Unter­leg­pla­nen, eine Iso­matte, ein Schlaf­sack, ein Innen­schlaf­sack und ein spe­zi­el­ler Kom­pres­si­ons­sack, der es ihr ermög­licht, all diese Dinge mög­lichst platz­spa­rend und vor allem tro­cken zu ver­pa­cken. Obwohl die Fahr­rad­lieb­ha­be­rin dar­auf ach­tet, mög­lichst spar­sam zu leben, ist es ihr wich­tig, in punkto Aus­rüs­tung nicht am falschen Ende zu spa­ren. Zelt und Iso­matte Pirn­gru­bers sind daher von sehr guter Qua­li­tät. Bei leicht aus­tausch­ba­ren All­tags­ge­gen­stän­den greift sie aber auch mal zur Sorte „Bil­li­g­aus­rüs­tung“.

Nicht viel aber praktisch muss der Inhalt des Rucksacks sein.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber

Die Gar­de­robe einer Fern­weh­ge­plag­ten

Funk­tio­nell ist wohl das pas­sende Wort, um die Gar­de­robe der ewi­gen Rei­sen­den zu beschrie­ben. Über aktu­elle Mode­trends kann Pirn­gru­ber wahr­schein­lich nur müde lächeln, denn ihr Leben über Stock und Stein erfor­dert vor allem eine prak­ti­sche Gar­de­robe, die zur aktu­el­len Jah­res­zeit passt. So ver­fügt sie bei­spiels­weise über ledig­lich zwei T-Shirts, ein Paar Schuhe sowie eine ein­zige Hose, wenn sie in wär­me­ren Gefil­den unter­wegs ist. Beson­ders beein­dru­ckend ist aber Pirn­gru­bers Win­ter­gar­de­robe.

Von den gefüt­ter­ten Stie­feln über eine wär­me­nde Skihose bis hin zum dicken Schlauch­tuch als Schutz gegen Wind und Kälte ist Pirn­gru­ber gut aus­ge­rüs­tet, um den Natur­ge­wal­ten zu trot­zen. Den­noch gibt sie zu, dass es dann und wann schon Situa­tio­nen gege­ben hat, in denen sie Zwei­fel an ihrem eige­nen Tun hegte: „Diese Gedan­ken kom­men meis­tens dann auf, wenn es seit Tagen stürmt und ich ein­fach kei­nen Sinn mehr darin sehe, gegen die­sen ewi­gen Wind zu kämp­fen.“[4] Doch Auf­ge­ben kommt für sie nicht in Frage: „Die Neu­gierde, unsere Welt zu erle­ben, ist viel zu groß, als dass ich mir von sol­chen Nich­tig­kei­ten mei­nen Traum zer­stö­ren las­sen würde. Irgend­wie geht es dann doch immer wie­der wei­ter und meis­tens kommt nach einem schlech­ten Tag, ein son­ni­ger Mor­gen oder eine tolle Begeg­nung und alles ist wie­der kun­ter­bunt und vol­ler Leben.“[5]

Gut eingepackt trotzt Pirngruber jeden Widrigkeiten.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber

[1] Pirn­gru­ber im Geo-Inter­view 2014 (Link: http://www.geo.de/rei­sen/reise-inspi­ra­tion/11243-bstr-eine-frau-ein-rad-und-die-welt/149221-img-erho­lung-im-oman)

[2] ebenda
[3] ebenda
[4] ebenda
[5] ebenda