Der Zauber des Oman

· Themengebiete: Die Globetrotterin

Die ara­bi­sche Halb­in­sel ist Schau­platz unzäh­li­ger Geschich­ten und Sagen, die von heißem, san­di­gem Wind, exo­ti­schen Spei­sen und unbe­kann­ten Kul­tu­ren erzäh­len. Heike Pirn­gru­bers Rad­welt­reise führte sie in den äußers­ten Süd­os­ten die­ser sagen­um­wo­be­nen Welt - nach Oman. Oman ist ein von aus­ge­trock­ne­ten Fluss­bet­ten, den soge­nann­ten Wadis, und stei­len Fels­wän­den durch­zo­ge­ner Wüs­ten­staat. Wenn die Teer­stra­ßen in Staub­pis­ten über­ge­hen, ist push­bi­ke­girl Heike Pirn­gru­ber in ihrem Ele­ment. Auch wenn nicht jede Etappe der Reise nach Plan läuft. 

Wadi in Oman. Im Vodergrund Pirngrubers Zelt und Fahrrad.
Foto: © push­bi­ke­girl, Heike Pirn­gru­ber
Eine omanische Frau mit dem traditionellen Gesichtsschmuck.
Foto: © push­bi­ke­girl, Heike Pirn­gru­ber

Die Geschichte Omans reicht bis in die Stein­zeit. Das Gebiet um die moderne Stadt Bat ist eine von der UNESCO geschützte Aus­gra­bungs­stätte, die wahre Schätze aus dem Bron­ze­zeit­al­ter in ihrem stau­bi­gen Unter­grund ver­birgt. Durch einen glück­li­chen Zufall lernt Pirn­gru­ber bei die­sem Stopp Archäo­lo­gen ken­nen, die sie drei Tage bei ihrer Arbeit unter­stützt. Zufälle wie die­ser machen den Zau­ber einer Radreise aus, weiß die Glo­be­trot­te­rin. Man­che von ihnen besche­ren ihr neue Ideen für die Wei­ter­reise oder wert­volle Kon­takte. Andere bie­ten ihre eine kleine Mahl­zeit an oder las­sen sie in ihrem wind­ge­schütz­ten Gar­ten zel­ten. „Meine Essen­vor­räte gin­gen lang­sam zu Ende, doch {...} einen Laden gab es lei­der nir­gends. Ich hatte den Weg schlicht­weg unter­schätzt und hätte nicht erwar­tet in eine solch abge­le­gene Gegend vor­zu­drin­gen.“ Keine Sel­ten­heit bei den Wüs­ten­land­schaf­ten und kar­gen Cany­ons der oma­ni­schen Land­schaft.

Eine Ausgrabungsstätte der UNESCO unweit der Stadt Bat im Oman.
Foto: © push­bi­ke­girl, Heike Pirn­gru­ber

Die Oma­nis sind auf­ge­schlos­sene und ange­nehm unauf­dring­li­che Men­schen. Neben den Men­schen, sind es Zufälle, die Pirn­gru­bers Wege zu einem Aben­teuer machen. „Man muss immer fle­xi­bel sein. Wenn es halt nicht so wei­ter­geht wie gedacht, dann geht es eben anders wei­ter“, weiß Pirn­gru­ber aus eige­ner Erfah­rung.

Mit ihrer beacht­li­chen Rei­seer­fah­rung kommt ebenso viel Rou­tine. Behör­den­gänge, nach dem Weg fra­gen oder auch mal kniff­li­gere Situa­tio­nen gehö­ren für sie eben dazu. Gerade Letz­te­res macht den beson­de­ren Reiz aus - auch wenn Außen­ste­hende viel­leicht Risiko dazu sagen wür­den.  

Sechs omanische Kinder, die lachend in die Kamera sehen.
Foto: © push­bi­ke­girl, Heike Pirn­gru­ber
Eine Hand greift nach Fladenbrot auf einem großen Teller.
Foto: © push­bi­ke­girl, Heike Pirn­gru­ber

Am Ende ist eine Rad­welt­reise ein biss­chen Pla­nung, jeden Tag ein wenig mehr Rou­tine und eine gehö­rige Prise Zufall: „Auch ist man bei einer so lan­gen Reise oft­mals unter Druck wei­ter­zu­kom­men, denn Visa­re­ge­lun­gen und Klima schrei­ben einem den Zeit­plan ein wenig vor.“ Pirn­gru­ber sagt über sich selbst, schon immer Spon­tan-Rei­sende gewe­sen zu sein. Die struk­tur­ver­lieb­ten, deut­schen Wur­zeln merkt sie trotz­dem noch manch­mal. Die Geschich­ten, die uns am Ende im Gedächt­nis blei­ben, sind aber die, die anders aus­ge­hen als man anfäng­lich gedacht hat. Des­halb wird die Glo­be­trot­te­rin auch in Zukunft nicht pla­nen, son­dern den stau­bi­gen, hei­ßen Win­den fol­gen, wohin sie sie auch tra­gen.