Heike Pirngruber auf der Route 66

Mit dem Rad auf der Route 66

· Themengebiete: Die Globetrotterin

Mit dem Rad auf der Route 66

Ein­mal mit dem Motor­rad oder einem alten Ford Mustang die end­lose Route 66 ent­lang bret­tern. Das ist der Traum vie­ler Aben­teu­rer und Aus­s­tei­ger. Heike Pirn­gru­ber von Pus­h­bi­ke­girl hat sich die­sen Traum auf ihre ganz eigene Art erfüllt. Mit dem Rad erkun­det sie auf ihrem Weg zum Grand Canyon das, was vom Wil­den Wes­ten noch geblie­ben ist und pen­delt dabei zwi­schen Begeis­te­rung und Erschöp­fung. 

Schritfzug "Route 66" auf der Straße.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber
Eine Riesenspinne auf steinigem Boden.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber

Rei­sen erschöpft

Die Kult­straße, die einst Chi­cago mit dem knapp 4000 km ent­fern­ten Los Ange­les ver­band, bie­tet unbe­rührte Wüste, ein­ge­rahmt von mäch­ti­gen Gesteins­mas­si­ven und tie­fen Schluch­ten. Ein wie­der­keh­ren­des Auf und Ab, das auch Heike Pirn­gru­ber auf ihrer Rad­welt­reise erlebt.

Oft ent­schä­di­gen die Land­schaf­ten, die viele nur aus Fil­men ken­nen, für die Stra­pa­zen der Reise. Doch auch erfah­rene Glo­be­trot­ter sto­ßen dann und wann an innere Gren­zen.  

Ent­lang der eins­ti­gen „Haupt­straße Ame­ri­kas“ schwin­den auch Pirn­gru­bers Kräfte: „An einem Tag schaffte ich 30 km, am nächs­ten 20 km. Ich fühlte mich nicht krank, aber ich war hun­de­müde und quälte mich Meter um Meter durch die kahle Gegend.“

Einen siche­ren Schlaf­platz in der Wild­nis zu fin­den, gestal­tet sich schwie­rig. Weite Teile der Straße sind von Zäu­nen gesäumt, was die Suche nach einem geeig­ne­ten Zelt­platz ver­kom­pli­ziert - vom Gejaule wil­der Kojo­ten und hand­teller­großen Spin­nen ganz zu schwei­gen.

Ein Oldtimer vor einer verlassenen Tankstelle.

Hack­berry – Gene­ral Store. Was einer ver­las­se­nen Tank­stelle gleicht, ist in Wahr­heit Museum, Café und Ein­kaufs­la­den. 

Bunte Zapfsäulen, die aus den Glanzzeiten der Route 66 übrig geblieben sind.

Hier gibt es wirk­lich viel zu ent­de­cken.

Rei­sen ver­bin­det

Neben der ein­hei­mi­schen Tier­welt kommt Pirn­gru­ber auch immer wie­der in Berüh­rung mit den Eigen­hei­ten der Ame­ri­ka­ner. Nach einer Nacht bei einer mexi­ka­nisch-stäm­mi­gen Fami­lie, wird deut­lich, dass Vor­ur­teile über­all ein Zuhause haben: „Von [den Mexi­ka­nern] wurde ich gewarnt, dass ich den India­nern, die in der Gegend leben, unbe­dingt aus dem Weg gehen sollte, sie wären immer nur betrun­ken. Die Amis dage­gen warn­ten mich immer wie­der vor den Mexi­ka­nern.“  

Der Groß­teil ihrer Rei­se­be­kannt­schaf­ten sind aber inter­essante, freund­li­che Men­schen. Magda und Monica, zwei deut­sche Damen, schen­ken ihr ein Buch, das sie durch die stei­nigste Zeit beglei­tet. George aus Ore­gon, den sie nur für ein paar Stun­den am Rand der Route 66 trifft, ist als erfah­re­ner Rad­ler ein will­kom­me­ner Gesprächs­part­ner. Ron dage­gen nimmt sie gleich 14 Tage bei sich in dem klei­nen Städt­chen Flag­staff auf. Die längste und wich­tigste Pause, die Pirn­gru­ber bis dahin auf der Reise ein­ge­legt hat.   

Rei­sen bil­det  

Nach der wohl­ver­dien­ten Pause in Rons Heim, ist das Ziel wie­der in greif­ba­rer Nähe. Rund 125 km legt die Rad­le­rin in einem hal­ben Tag zurück und kann den Son­nen­un­ter­gang über einer der tiefs­ten Schluch­ten der Welt genie­ßen. „Ich muss auch sagen, dass ich durch das Rad als Trans­port­mit­tel dies­mal die USA aus einem ganz ande­ren Blick­win­kel betrachte. Wie immer bin ich näher an allem dran und da fal­len einem ein­fach ganz andere Dinge auf, als wenn man mit dem Auto an allem vor­bei­rauscht und nur von Natio­nal Park zu Natio­nal Park stol­pert.“

Heike Pirngruber im Vordergrund. Im Hintergrund die Schluchten des Grand Canyon.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber
Ein altes Gebäude mit drei weißen Eseln.
Foto: © Heike Pirn­gru­ber