Die Radler­paradiese in aller Welt

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Welt­weit gel­ten Gro­nin­gen, Utrecht und Ams­ter­dam in den Nie­der­lan­den, das däni­sche Kopen­ha­gen, Sand­nes in Nor­we­gen, Müns­ter und Frei­burg in Deutsch­land sowie auch Bozen und Fer­rara in Ita­lien als vor­bild­li­che Fahr­rad­städte. Sie haben es geschafft, dass der Rad­ver­kehr als selbst­ver­ständ­li­cher Teil des Gesamt­ver­kehrs ange­nom­men wird. 

Die Nie­der­lande zei­gen, was eine Fahr­rad­na­tion aus­macht: Es ist nicht nur die güns­tige Topo­gra­fie, die das Rad­fah­ren so ange­nehm machen. Schon seit Jahr­zehn­ten inves­tie­ren die Nie­der­lande inten­siv in die För­de­rung des Rad­ver­kehrs. Resul­tat ist eine gut aus­ge­baute Rad­ver­kehrs­in­fra­struk­tur, die nicht nur gute Rad­wege umfasst, son­dern mitt­ler­weile auch zahl­rei­che Rad­schnell­ver­bin­dun­gen. Für die unzäh­li­gen Fahr­rad-Tage­spend­ler wer­den zudem bei­spiels­weise Stell­plätze in vie­len nie­der­län­di­schen Fahr­rad­park­häu­sern an Bahn­hö­fen und auch in den Innen­städ­ten ange­bo­ten.

Bei den fahr­rad­freund­lichs­ten Städ­ten der Welt ran­giert ganz vorne die däni­sche Haupt­stadt Kopen­ha­gen. Sie gilt welt­weit als vor­bild­li­che Fahr­rad­me­tro­pole. Der Rad­ver­kehr ist hier ein prä­gen­der und völ­lig selbst­ver­ständ­li­cher Teil des städ­ti­schen Lebens. Kein Wun­der: Das Rad­we­ge­netz in Kopen­ha­gen umfasst stolze 454 Kilo­me­ter. Über 50 Pro­zent der Pend­le­rin­nen und Pend­ler nut­zen für ihre Wege zu Arbeit oder Aus­bil­dung das Fahr­rad – jeden Tag. 

Für Tage­spend­ler: Fahr­rad­park­häu­ser an nie­der­län­di­schen Bahn­hö­fen. 

Die Bedeu­tung des Fahr­rads in Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern 

In vie­len Län­dern ist das Fahr­rad ein uner­setz­li­ches Ver­kehrs­mit­tel, wel­ches einen essen­ti­el­len Bei­trag für die Mobi­li­tät der jewei­li­gen Bevöl­ke­rung leis­tet. Die Wege zur Bil­dungs- oder Arbeits­stätte sind oft viele Kilo­me­ter lang, den Men­schen ste­hen dafür sel­ten moto­ri­sierte Fort­be­we­gungs­mit­tel zur Ver­fü­gung. Für viele ist das Fahr­rad daher die ideale Lösung für eine fle­xi­ble und indi­vi­du­elle Mobi­li­tät. Auch als Trans­port­mit­tel von Gegen­stän­di­gen und Per­so­nen sowie als Ein­kom­mens­quelle ist das Fahr­rad in vie­len Tei­len der Welt wich­ti­ger Bestand­teil der Mobi­li­tät.  

Das fahr­rad­reichste Land der Welt ist China. Dort war das Fahr­rad lange Zeit ein sehr bedeu­ten­des Ver­kehrs­mit­tel. Men­schen­mas­sen beweg­ten sich auf Fahr­rä­dern durch die chi­ne­si­schen Städte. Das Fahr­rad wurde für fast alle Wege über­all hin genutzt. Doch ab den 1990er-Jah­ren ver­lor das Fahr­rad in China an Anse­hen und wurde zuneh­mend durch Mopeds und Autos ersetzt – mit erheb­li­chen Fol­gen für die Luft- und Ver­kehrs­si­tua­tion in den Städ­ten. In jüngs­ter Zeit erlebt das Fahr­rad als E-Bike auch in China wie­der einen deut­li­chen Auf­schwung.  

Zur All­tags­kul­tur in Asien, ins­be­son­dere Indien und China, gehö­ren Fahr­radrik­schas und Las­ten­fahr­rä­der – teil­weise mit einer aben­teu­er­lich anmu­ten­den Über­la­dung des Fahr­rads. Die Rik­scha als Form des Taxis hat dort eine lange Tra­di­tion. Aber auch die nor­ma­len Fahr­rä­der wer­den mit allen Arten von Fracht­gut aus Han­del, Hand­werk und Land­wirt­schaft extrem hoch bela­den.

In vie­len länd­li­chen Regio­nen Afri­kas herrscht bis heute ein Man­gel an Mobi­li­tät des Ein­zel­nen. Öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel gibt es kaum, kilo­me­ter­lange Fuß­mär­sche ste­hen auf der Tages­ord­nung. Die­ser Zustand bremst den gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Auf­schwung. Das Fahr­rad stellt hier ein erschwing­li­ches, robus­tes aber auch uner­setz­li­ches Fort­be­we­gungs­mit­tel und wich­ti­ges Wirt­schafts­gut dar. Viele soziale Ein­rich­tun­gen set­zen sich mit großem Enga­ge­ment dafür ein, den Ärms­ten durch Fahr­rä­der, d. h. mehr Mobi­li­tät, eine Per­spek­tive auf ein selbst­be­stimm­te­res Leben zu ermög­li­chen. Hier gibt es viel­fach Fahr­rad­t­a­xis, die soge­nann­ten Boda-Bodas. Mit sta­bi­len Zwei­rä­dern und gepols­ter­tem Sitz wer­den die Men­schen abseits der Haupt­ach­sen beför­dert. In eini­gen Regio­nen wer­den spe­zi­elle Trans­port­fahr­rä­der zum Kran­ken­trans­port ver­wen­det. 

Die Rik­scha hat in China eine lange Tra­di­tion. 

Beim Bela­den der Fahr­rä­der sind die Men­schen sehr krea­tiv. Sicher ist diese Art der Nut­zung nicht.