Fahrradwirtschaft boomt

Die Fahrradwirtschaft boomt

· Themengebiete: Im Lauf der Zeit

Die Fahr­rad­wirt­schaft ist eine hoch inno­va­tive Wachs­tums­bran­che, und Fahr­rad­för­de­rung bedeu­tet Wirt­schafts- und Stand­ort­för­de­rung. Baden-Würt­tem­berg ver­fügt über ein star­kes Wirt­schaft­sclus­ter zum Rad­ver­kehr mit wich­ti­gen Her­stel­lern von Rädern, Kom­po­nen­ten und Zube­hör, Beklei­dung und Dienst­leis­tun­gen. Es umfasst kleine Fahr­radein­zel­händ­ler, spe­zia­li­sierte Mit­tel­stän­d­ler (hid­den cham­pi­ons) und inter­na­tio­nal agie­rende Unter­neh­men. Baden-Würt­tem­berg gilt damit als Mus­ter­land der Fahr­rad­wirt­schaft. Der Bei­trag des Fahr­rads für die Arbeitsplätze in Baden-Würt­tem­berg wird den­noch oft unter­schätzt.  

Im Jahr 2015 waren in Baden-Würt­tem­berg über 800 Unter­neh­men in der Pro­duk­tion von Rädern und ihrem Zube­hör aktiv und sicher­ten etwa 32.000 Arbeitsplätze, davon über 3.000 im Ein­zel­han­del, 24.000 im Tou­ris­mus und über 4.000 bei Her­stel­lern, im Groß­han­del und bei Impor­teu­ren. Zahl­rei­che der ins­ge­samt über 100 Her­stel­ler von Fahr­rä­dern, Kom­po­nen­ten und Zube­hör in Baden-Würt­tem­berg sind Welt­markt­füh­rer und wich­tige Inno­va­to­ren. Mit der Euro­bike fin­det die welt­weit größte Messe im Bereich Fahr­rad mit 1.300 Aus­s­tel­lern aus 54 Natio­nen jähr­lich in Fried­richs­ha­fen statt. Sie ist inter­na­tio­nale Leit­messe für die The­men Fahr­rad und Elek­tro­fahr­rad. 

Jähr­lich wer­den in Baden-Würt­tem­berg rund 730 Mil­lio­nen Euro durch den Fahr­rad­han­del (ein­schließ­lich Zube­hör) und 360 Mil­lio­nen Euro durch Fahr­rad­her­stel­lung (eben­falls ein­schließ­lich Zube­hör) erwirt­schaf­tet. Im Bereich Radtourismus liegt der Umsatz in Baden-Würt­tem­berg bei über 1 Mil­li­arde Euro. Somit leis­tet die Fahr­rad­wirt­schaft einen beträcht­li­chen Teil zu einer star­ken Wirt­schaft im Süd­wes­ten – und auch in ganz Deutsch­land:

Bun­des­weit erzielt die Rad­bran­che einen Umsatz von 16 Mil­li­ar­den Euro und beschäf­tigt etwa 278.000 Voll­zeit-Mitarbeiter. 72 Mil­lio­nen Fahr­rä­der wer­den deutsch­land­weit gezählt. Im Jahr 2014 wur­den allein in Deutsch­land 2,14 Mil­lio­nen Fahr­rä­der pro­du­ziert. Diese und wei­tere Zah­len sind Ergeb­nisse des Kurz­gut­ach­tens „Daten zur Fahr­rad­wirt­schaft in Baden-Würt­tem­berg“ im Rah­men der RadSTRATEGIE der Lan­des­re­gie­rung Baden-Württemberg.  

Zuneh­mende Bedeu­tung des Fahr­rads

Noch vor weni­gen Jahr­zehn­ten galt das Fahr­rad als Ver­kehrs­mit­tel für „Menschen, die sich kein Auto leis­ten“. Mitt­ler­weile hat sich die Bedeu­tung des Fahr­rads in der Gesell­schaft stark ver­än­dert. Auch die posi­tive Qua­li­täts­ent­wick­lung bei Fahr­rä­dern und die Ent­wick­lung der neuen Gat­tung der E-Bikes / Pede­lecs tra­gen zum Ima­ge­wan­del bei. Dass die Fahr­rad­wirt­schaft – ange­trie­ben durch den E-Bike- und Pede­lec-Trend auf der Über­hol­spur ist, bele­gen auch Bran­chen­da­ten und Aus­sa­gen des Ver­bunds Ser­vice und Fahr­rad (www.vsf.de) (VSF g e.V.).

Auch wei­tere gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Werte unter­stüt­zen den Trend für das Fahr­rad: zum Bei­spiel die The­men Gesund­heit & Fit­ness, die Freude an Out­door-Akti­vi­tä­ten und der Kli­ma­schutz. 

Durch die Zunahme der Fahr­rad­nut­zung, die ver­stärkte Ver­brei­tung von Pede­lecs sowie die stei­gende Wert­schät­zung des Fahr­rads wer­den sowohl die Zahl der ver­kauf­ten Räder und Zube­hör­teile als auch der Preis je Fahr­rad in den nächs­ten Jah­ren noch­mals deut­lich stei­gen. Neue Kon­zepte und Desi­gns wer­den die Fahr­rad­nut­zung brei­ter in der Bevöl­ke­rung und Wirt­schaft ver­an­kern. Fahr­rad­an­hän­ger und Las­ten­rä­der wer­den eine deut­lich stär­kere Ver­brei­tung fin­den als bis­her, sowohl in der Fami­li­en­lo­gis­tik als auch im städ­ti­schen Wirt­schafts­ver­kehr.

Titelbild: © 200 Jahre Fahrrad